Markus macht mobil...

Jetzt aber, “Vollgas sofort”

Heute morgen haben wir Markus Weinmann (oben, in grün) mit großem Zapfenstreich zu seiner Abenteuerreise mit dem Baby-Benz nach Jordanien verabschiedet. Markus fährt jetzt 6.000 Kilometer durch heißen Wüstensand. Mit VollgasSofort und für die Welthungerhilfe. Hier könnt Ihr auf Facebook und Twitter dabei sein, hier für ein Kinderheim spenden, und hier, im Vollgas-Blog, das Interview mit Markus über die Verbindung von Web und Wüste lesen.

Gute Fahrt, Markus, und hol’ das Kamel!

Hoffentlich läuft die Karre noch...

Auch die Region 38 gibt Vollgas...!

„Vollgas Sofort“ - Das Web auf die Straße

Wirtschaftsinformatiker fahren bei der Allgäu-Jordanien Rallye mit

Markus Weinmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig, Lehrstuhl Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz, fährt mit bei der Rallye „Allgäu-Jordanien“, 6.000 Kilometer zugunsten der Welthungerhilfe. Sein Kollege Dr. Gerald Fricke, Habilitand am Institut, verfolgt die Route auf Facebook und Twitter. „Wir wollen Menschen, Geld und Ideen für eine Soforthilfe zusammenbringen, im Web 2.0 und auf der Wüstenpiste“, sagt Markus. Aber wie genau? Wir haben bei den beiden nachgefragt.

Markus, kommenden Donnerstag geht’s auf große Tour…

Markus Weinmann: Ja, wir starten zur Allgäu-Orient-Rallye in Oberstaufen im Allgäu. Ziel ist Amman in Jordanien. Die Fahrt wird zwölf Tage dauern, bis zum 11. Mai. Über Sieg und Niederlage entscheiden Prüfungen während der Rallye und eine Wüstensonderprüfung an der Grenze zwischen Jordanien und Saudi Arabien. Und das Siegerteam gewinnt ein Kamel! Kann es mehr Anreize geben…?

Wer fährt denn alles mit?

Markus Weinmann: Hundert Teams nehmen insgesamt teil. Jedes Team besteht aus sechs Fahrern und drei Autos. Mit mir fahren Martin Klockau, Matthias Breunig, Johannes Hofmann, Stefan Neefischer und Dr. Martin Hibbeln, letzterer vom Institut für Finanzwirtschaft der TU Braunschweig.

Und die Autos…?

Markus Weinmann: Die dürfen maximal 1.111 Euro wert sein oder müssen mindestens zwanzig Jahre treu gedient haben. Unsere drei Boliden erfüllen natürlich beide Regeln. Als da wären: Erstens, der Evergreen, ein 1988er dunkelgrüner Mercedes-Kombi 230 TE. Zweitens, der Allrounder, ein dunkelblauer 1989er „Baby-Benz“, Mercedes 190 E 2.0. Diesen „Schwaben-Polo“ mit satten 121 PS haben Martin und ich in zähen Verhandlungen einem libanesischen Mercedes-Spezialisten in Braunschweig abgerungen. Und, drittens, der Unterschätzte, ein schwarzer Audi 80 1.8S (B3). Passend zu seinen bayerischen Wurzeln (geboren 1988) schnurrt er unter Münchener Flagge mit den 90 PS einer edlen Raubkatze.

Wo geht’s genau lang…?

Markus Weinmann: Für die Route gilt freie Streckenwahl für jedes Team, nur auf Autobahnen, Mautstraßen und Navigationssysteme müssen wir verzichten. Das Reglement schreibt außerdem vor, dass jede Übernachtung höchstens elf Euro kosten darf. Wir stellen uns daher auf einige Übernachtungen im Zelt und im Auto ein… Istanbul markiert den Übergang zwischen dem europäischen und dem asiatischen Teil der Rallye. Wir nehmen die Route 66 des Balkans – und durchqueren Deutschland, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Bulgarien, die Türkei, Syrien und natürlich Jordanien.

Markus, jetzt mal ehrlich, was soll dieses „VollgasSofort“, warum macht ihr das?

Markus Weinmann: Zunächst einmal: Weil’s uns Spaß macht! Aber darüber hinaus wollen wir helfen. Die Autos werden für die Welthungerhilfe versteigert. Außerdem wollen wir vor Ort einem Kinderheim in Syrien einen Scheck überreichen. Zusammen mit der Jürgen-Wahn-Stiftung und Eurer Hilfe. Dazu haben wir auf Helpedia eine Vollgas-Spenden-Seite eingerichtet.

Gerald, warum diese Verbindung von Wirtschaftsinformatik, Web und Wüste?

Gerald Fricke: Das Helfen bezieht sich nicht allein auf das Geldgeben, sondern auf die Fähigkeit, Menschen zu verbinden. Mit dem Jordanienprojekt wollen wir genau das zeigen, das Web 2.0 im wahrsten Sinne des Wortes „auf die Straße bringen“. In diese Richtung geht auch unsere Forschung am wi2-Lehrstuhl.

Fährst Du eigentlich mit, Gerald?

Gerald Fricke: Nein, ich schaue mir die Sache ganz gemütlich im Internet an: Auf Posterous, Facebook und Twitter. Und werde da natürlich fleißig kommentieren und anfeuern… Und die Strecke bei Google Maps verfolgen. Kann ich Euch nur weiter empfehlen!

Vielen Dank, viel Erfolg und gute Fahrt, Markus. Die Region 38 schaut auf Euch und spendet fleißig, versprochen…!

VollgasSofort-Website: http://www.vollgassofort.de/
Live dabei sein kann man bei http://www.facebook.com/VollgasSofort

    Die ganze Region 38 ist jetzt im VollgasFieber!

    Kinderrollstühle für Syrien

    Mit einem weiteren Hilfsprojekt werden die Veranstalter der Allgäu-Orient Rallye ein Behinderten-Kinderheim im syrischen Ort Salamiyah unterstützen. Nachdem sich allerdings ein Sponsor nach viel großen Worten und sehr vielen kostspieligen Vorleistungen durch die ehrenamtlichen Rallyeorganisationen zurückgezogen hat, stand dieses Hilfsprojekt auf der Kippe. „Aber die Teilnehmer der Rallye und wir Organisatoren lassen uns durch den Rückzug einer Firma, die sich lange ohne Gegenleistung und auf Kosten unserer Projekte im Erfolg der Rallye gesonnt hat, nicht zurückwerfen,“ sagt OK-Chef Wilfried Gehr. „ Die Rallyeteams werden von sich aus Hilfsgüter wie Schulsachen und Kinderrollstühle organisieren und persönlich im Kinderheim nahe Damaskus persönlich abgeben.“ Wer einen gebrauchten, aber noch funktionstüchtigen Kinderrollstuhl übrig hat, sollte diesen beim Organisationskomitee oder einem der Rallyeteams abgeben (www.allgaeu-orient.de). Die sorgen dann gemeinsam mit der Soester Jürgen Wahn Stiftung (www. juergen-wahn-stiftung.de) dafür, dass die Stühle direkt bei den Kindern, die sie dringend brauchen, ankommen.

    Vollgas wohin?

    Wir fahren mit, bei der Rallye "Allgäu-Jordanien". 6000 km zugunsten der Welthungerhilfe. Wir wollen Menschen, Geld und Idee für Umweltschutz, Komik und Politik zusammenbringen im "Echtzeit-Web" - und auf der Wüstenpiste. Aber wie genau? Zur Klärung dieser Frage, hat unsere Kommunikationsabteilung mit Markus Weinmann und Gerald Fricke von der TU Braunschweig gesprochen. 

    Gerald: Markus, was soll dieses "VollgasSofort"? Warum macht ihr das?

    Markus: Wir fahren mit, bei der Rallye "Allgäu-Jordanien". 6000 Kilometer, zugunsten der Welthungerhilfe. Warum? Zunächst einmal: Weil's uns Spaß macht! Aber darüber hinaus wollen wir noch mehr erreichen, wir wollen helfen. Aber wie soll das gehen? Geld spenden? Das ist nicht unbedingt unsere Währung des Webs. Vielmehr die Vernetzung. Wir, gerne oft als Digital Natives bezeichnet...

    Gerald: Naja, ich mehr so der digitale Immigrant...

    Markus: Nicht unterbrechen! Also, wir digitalen Eingeborenen wollen zeigen, dass unsere Generation nicht nur im Web abhängt, fernab der Realität; wir wollen zeigen, dass unser Social Life für die Gesellschaft einen Mehrwert bieten kann. Nehmen wir also an, ich habe eine gute Idee für eine entwicklungspolitische Mikrofinanzierung, mein ägyptischer Kollege weiß um eine besondere umweltpolitische Innovation und unser jordanischer Student kennt die Leute vor Ort, dann ist es unsere Aufgabe, diese Menschen und ihre Ideen, also Angebot und Nachfrage, auch im wirklichen Leben zusammen zu bringen. Oder? Und wenn dabei auch noch Geld für "Vollgas Soforthilfe" herausspringt, sagen wir auch nicht nein.

    Gerald: Bingo.

    Markus: Das Helfen bezieht sich also nicht mehr allein auf das Geldgeben, sondern auf die Fähigkeit, Menschen zu verbinden. Mit dem Jordanienprojekt wollen wir genau das zeigen, Realität und Virtualität verbinden, das Web 2.0 im wahrsten Sinne des Wortes "auf die Straße bringen". Genau in diese Richtung geht auch unsere Forschung am Lehrstuhl.

    Gerald: Gute Sache, das!

    Markus: Ähm, fährst Du eigentlich mit?

    Gerald: Nee, ich schaue mir die Sache ganz gemütlich im Internet an: Bei Posterous, Twitter, YouTube, Facebook. Als Ballaufpumper und Zeugwart... Ich bin da, wo ich gebraucht werde und mein Trainer mich hinstellt.

    Markus: Und warum beschäftigst Du Dich überhaupt mit solchen Quatschsachen?

    Gerald: Naja, wir am wi2-Lehrstuhl, TU Braunschweig, von Susanne Robra-Bissantz möchten das Web, über das wir reden und forschen, eben auch ausprobieren. Ob als Satiriker oder Wissenschaftler, mir geht es darum, das Bestehende nicht einfach hinzunehmen, den Dingen auf den Grund zu gehen, ganz idealistisch nach Erkenntnis zu streben. Was hält die Welt tatsächlich zusammen, was bedeutet dieses gleichzeitig über- und unterhypte "Echtzeit-Web" für die Gesellschaft? Vom Profanen zum Erhabenen ist es ja oft nur ein mikroskopisch kleiner Hüpfer. Wenn es einem um diese Erkenntnismehrung geht, dann sollte man dazu neben wissenschaftlichen Methoden auch popkulturelle oder komische Ausdrucksformen nutzen. Oder eine Rallye fahren. Finde ich.

    Markus: Du sprichst mir aus der Seele. Fahren wir erstmal los, im April, dann ergibt sich schon alles Weitere.

    Gerald: Yo. Hauptsache mit Vollgas.

    "Vollgas Eingrooven", yeah!

    Wir ölen schon mal die Stimmbänder für den "Vollgas"-Song mit The What... Im wi2-Institut. Typisch Wirtschaftsinformatik, eben.

    Eine Strophe haben wir schon. Aber wie geht der Song weiter? Vertrauliche Vorschläge oder Gesangshinweise bitte in die Kommentare - wir bringen Euch ganz groß raus, hey!